AL/GRÜNE zu Corona-Demos: Im Zweifel für die Gesundheit! Gesellschaftlichen Zusammenhalt bewahren!

Ich missbillige, was Du sagst,
aber ich werde immer dafür kämpfen,
dass Du es sagen kannst.“
(Voltaire, franz. Philosoph im 18. Jhd.)

In Krisenzeiten kommt Nervosität auf. Das ist nicht verwunderlich. Umso mehr muss man der Bevölkerung ein großes Lob zollen, die überwiegend mit großem Verantwortungsbewusstsein den Ratschlägen der Mediziner und den Verwaltungen folgt und diese trotz erheblicher Nachteile beachtet.
Bei vielen Menschen liegen aber die Nerven blank, sie zweifeln und verzweifeln, gerade dann, wenn sie sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sehen. Deshalb ist es auch zunächst nachvollziehbar, dass für die völlig neue und ungewöhnliche Situation alle möglichen Erklärungsmuster entwickelt werden. Und jeder kann seine Meinung dazu vortragen, sei sie auch noch so abwegig. Aber gerade weil wir es mit einem Sammelsurium von Meinungen und teilweise abstrusen Erklärungen zu tun haben, kann von einer Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit schon mal überhaupt nicht die Rede sein.
So weit, so gut (oder schlecht). Dass sich jetzt aber weltweit Verschwörungs-theoretiker, eingefleischte Impfgegner und Extremisten aller Couleurs zusammenfinden, Feindbilder verbreiten und eine aufkommende Diktatur an die Wand malen, lässt eine erschreckende Realitätsferne erkennen.  Und die Grenze des Verständnisses ist gänzlich überschritten, wenn im Zusammenhang mit  sog. „Hygiene-Spaziergängen“ oder ähnlichen Ereignissen – wie dieser Tage in Rödermark geschehen und in einer Zeitung berichtet – eine eingefleischte Impfgegnerin einem anders denkenden Mitbürger „den Tod durch eine Überdosis Impfstoff“ wünscht.
Wenn zulässiger Protest gegen staatliche Maßnahmen solche Auswüchse hervorbringt, deutet sich eine verhängnisvolle Entwicklung für unser Gemeinwesen an – wie immer, wenn auf komplexe Fragen einfache Antworten gegeben werden, Schuldige gefunden und angeklagt werden.
Der Vorsitzende der AL/GRÜNEN-Fraktion, Stefan Gerl, sagt dazu: „Ja, die Krise zeigt sich überall, die vielen Todesfälle in aller Welt zeigen das bedrohliche Ausmaß der Pandemie. Und ja, wir haben noch nicht alle Antworten darauf, wie richtig zu reagieren ist. Was wir aber auf keinen Fall zulassen dürfen ist, dass sich unverantwortliche Mythen über ein Gut-Böse-Schema bilden, die die Gesellschaft spalten und die Solidarität in der Krise aufkündigen.“        

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