Frauenpower füllt Kelterscheune beim Neujahrsempfang der AL

Für ein volles Haus sorgte die Ankündigung der Anderen Liste (AL), dass bei ihrem Neujahrsempfang Bürgermeisterkandidatin Andrea Schülner und die frisch vereidigte Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, als Rednerinnen auftreten werden. Mit Darbietungen des jungen Pianisten Pascal Graf und der Rödermärker Nachwuchsband „Manatee“ sowie gemeinsamem Suppe fassen nach dem offiziellen Teil rundete die AL ihren Empfang mit mehr als 100 Gästen in der Kelterscheune ab.

Viel Applaus erhielt Andrea Schülner, als sie gleich zu Beginn ihrer begeisternden Rede ihren Anspruch bekräftige, Bürgermeisterin von Rödermark werden zu wollen. Nur kurz skizzierte die in Ober-Roden aufgewachsene Kandidatin ihren erfolgreichen Werdegang mit vielfältiger Verwaltungs- und Führungserfahrung bei der Stadt Frankfurt, wo sie derzeit das Rathaus für Senioren mit über 140 Beschäftigen leitet. Dann aber ging es auch schon inhaltlich zur Sache: Schülner spannte einen Bogen über die wesentlichen kommunalen Betätigungsfelder.

Beim Thema Finanzen machte sie deutlich, dass sie sich einer sparsamen Haushaltsführung verpflichtet sieht, Diese dürfe aber nicht rentablen und gut durchdachten Investitionen entgegenstehen. „Wirtschaft und Wirtschaftsförderung werden auch unter meiner Führung Chefsache bleiben“, hob die Kandidatin hervor.

Ob sich die Stadt mit Blick auf die Zukunft in eine gute Richtung entwickle, sei eine Frage von klugen und vor allem transparenten Entscheidungen unter Mitwirkung aller Beteiligten. Bei neuen Wohn- und Gewerbegebieten müsse immer bedacht werden, dass die Flächen dafür begrenzt seien und die vorhandene Infrastruktur zusätzlich belastet sowie der Verkehr zunehmen werden. Einer ortsnahen Umfahrung zwischen Urberach und dem Bienengarten erteilte Schülner eine klare Absage. Sie werde alle ihr zur Verfügung stehenden Hebel für den Ausbau der sogenannten KL-Trasse über Messel als Alternative in Bewegung setzen. „Ergänzend dazu dürfen wir im Bereich ÖPNV nicht nachlassen. Ich werde mich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die eingeforderten Standards auf der Dreieich-Bahn umgesetzt werden und die S-Bahn bis Dieburg verlängert wird, damit die von dort kommenden Fahrgäste nicht erst mit dem Auto nach Ober-Roden fahren müssen und die Nebenstraßen verstopfen“, führte die grüne Kandidatin unter großem Applaus aus.

Die Bereitstellung sozial geförderten und somit bezahlbaren Wohnraums sei ihr wichtig. Konkrete Schritte seien eingeleitet, bedürften aber einer Intensivierung. „Einmalige Chancen“ biete das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für die Entwicklung der Innenstadtbereiche samt Vernetzung der naturnahen Flächen im Stadtgebiet. Die Grüne Mitte sei als Frischluft- und Kaltluftentstehungsgebiet die „grüne Lunge“ der Stadt und daher besonders schützenswert. „Eine Bebauung verbietet sich von selbst“, sagte Schülner auch mit Blick auf den Naherholungswert.

2025 – so ihre Vision – werde Rödermark mit ihr als Bürgermeisterin mit seinem vielen Grün weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal in der Region haben. Und: „Die maßvoll neu entwickelten Flächen für Gewerbe und Wohnen zeigen erste Ergebnisse. Der Einzelhandel hat Aufwind bekommen. Der Stadtumbau hat die Stadt schöner gemacht, die Lebensqualität in Rödermark ist gestiegen. Die Menschen identifizieren sich mehr denn je mit unserer Stadt. Daran will ich mich messen lassen“, rief Schülner den Gästen zu.

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt als Ministerin verdeutlichte  Angela Dorn die Wichtigkeit von Bildung und gleichen Bildungschancen für alle. „Die Welt verändert sich rasant, ob wir das wollen oder nicht“, führte Dorn aus. Umso bedeutender sei es, Menschen nicht das Gefühl zu geben, von der Entwicklung abgehängt zu werden. Bildung – vom Vorschulalter, in der Schule über die Weiterbildung von Berufstätigen bis hin zu Angeboten für Senioren – sei der Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen. Sei diese nicht gegeben, profitierten Populisten und radikale Kräfte. Dies gelte es auch für den Zusammenhalt der Gesellschaft und zum Schutz der Demokratie zu verhindern.

Beide Rednerinnen gedachten am Holocaust-Gedenktag auch der 6 Millionen von den Nazis ermordeten Menschen jüdischen Glaubens, davon allein 1,5 Millionen Kinder. Sie appellierten an alle, Antisemitismus und Hass entschieden entgegenzutreten und populistischen und rechtsextremen Bestrebungen keine Chance zu geben.

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