HomeWie funktioniert Erneuerbare Energie?So funktioniert eine Biogasanlage

So funktioniert eine Biogasanlage

Eine Biogasanlage ist eine Anlage zur Vergärung von Biomasse. Diese Masse kann aus verschiedener Silage, Biomüll, Gülle oder Mist bestehen. Das bei der Vergärung enstehende Gas kann einem Blockheizkraftwerk zur Gewinnung von Strom und Wärme zugefügt werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Biogasanlagen, die der Nass- und der Trockenvergärung. Diese Bezeichnungen entstehen durch den Zustand der zu vergärenden Biomasse. Die Nassvergärung wird hauptsächlich im landwirtschaftlichen Bereich zur Verwendung von Gülle genutzt.

Im Falle von Rödermark bietet sich die Trockenvergärung an, da hierbei  der Bioabfall der Stadt genutzt werden kann. Allerdings ergibt sich ein Problem mit Holzabfällen aus dem Garten, da diese nur schwer abbaubar sind.

Der Bioabfall wird zur Vergärung in einen Fermenter (Behältnis) gegeben. Die darin enthaltenen Mikroben bauen die organischen Substanzen ab, wobei Gase entstehen. Aus einer Tonne Biomüll entstehen so 100m³ Biogas, welches zu 55-65% aus Methan ( CH4) und zu 35-45% aus Kohlendioxid (CO2) besteht.

Der Methangehalt kann durch die unterschiedliche Zusammensetzung der Biomasse variieren. Diese Gase trennen sich von der Biomasse und können einem Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmegewinnung zugeführt werden.

Dabei entstehen aus der oben genannten Tonne Biomüll 250 kWh Elektro- und 500 kWh Heizenergie, welche zu einem kleinen Teil der Beheizung des Fermenters dient, da dieser eine bestimmte Temperatur halten muss, damit die Mikroben arbeiten. Der produzierte Strom wird ins Netz eingespeist. Hier gilt nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2009 folgende Vergütung:

1. bis einschließlich einer Anlagenleistung von 150 Kilowatt 11,67 Cent pro Kilowattstunde,
2. bis einschließlich einer Anlagenleistung von 500 Kilowatt 9,18 Cent pro Kilowattstunde,
3. bis einschließlich einer Anlagenleistung von 5 Megawatt 8,25 Cent pro Kilowattstunde und
4. bis einschließlich einer Anlagenleistung von 20 Megawatt 7,79 Cent pro Kilowattstunde.

(Quelle: EEG 2009, §27 (1))

Der Gärrest des Biomülls beträgt ca. 50% der Ausgangsmasse und kann als Dünger genutzt werden.

Die vorgestellte Trockenvergärung hat den Vorteil, dass der Fermenter eine geringere Grundwärme haben muss, als bei der Nassvergärung.

Natürlich birgt auch eine Biogasanlage ein Risiko, welches jedoch nur durch Fehlerhafte Nutzung und Schäden der Anlage entsteht und bei ordnungsgemäßer Nutzung nicht auftritt.

Beachtlich ist der Anstieg der Biogasanlagen in Deutschland. Waren es 2004 noch knapp 2000 Anlagen mit ungefähr 300 MW Leistung, ist die Zahl im Jahr 2009 auf 4900 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von ungefähr 2650 MW angestiegen.

Schema einer Biogasanlage

Schematische Darstellung einer Biogasanlage

 


Andere Liste

Die Andere Liste Rödermark ist eine Wählervereinigung in Rödermark, einer Stadt mitten im Rhein-Main Gebiet. Sie steht seit nunmehr 30 Jahren für eine nachhaltige Stadtpolitik in ökologischer und sozialer Verantwortung.