Klimaschutz „Global denken – lokal handeln“
Andere Liste fordert Mitgliedschaft im Klima-Bündnis
Wer globalen Klimaschutz Ernst nimmt, sollte lokal handeln und alle Möglichkeiten optimal ausnutzen, um die CO2-Belastung auch vor Ort zu reduzieren. Die Andere Liste Rödermark (AL) hat daher beantragt, dass die Stadt dem Klima-Bündnis der europäischen Städte „Alianza del Clima e.V. beitritt. Außerdem soll der Magistrat nach dem Willen der AL bis Jahresende ein Konzept erarbeiten, aus dem hervorgeht, welchen Beitrag die Stadt zum Schutz der Erdatmosphäre leisten kann.Die Mitglieder des Klima-Bündnis „Alianza del Clima“ verpflichten sich nach Aussage der AL zu einer kontinuierlichen Verminderung ihrer Treibhausgasemissionen. Ziel ist, den CO2-Ausstoß alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Dabei soll der wichtige Meilenstein einer Halbierung der Pro-Kopf-Emissionen (Basisjahr 1990) bis spätestens 2030 erreicht werden. Langfristig streben die Klima-Bündnis-Städte und Gemeinden eine Verminderung ihrer Treibhausgasemissionen auf ein nachhaltiges Niveau von 2,5 Tonnen CO2-Äquivalent pro Einwohner und Jahr durch Energiesparen, Energieeffizienz und durch die Nutzung erneuerbarer Energien an. Dieses Ziel erfordert nach Meinung der AL das Zusammenwirken
aller Entscheidungsebenen (EU, Nationalstaat, Regionen, Gemeinde).
Die Klimaerwärmung gefährde das Gleichgewicht der ganzen Erde. Insbesondere die Industrienationen des Nordens seien durch ihren hohen Energieverbrauch pro Kopf die Hauptverursacher des Klimawandels, schreibt die AL. In Europa sei aber auch der Wille zur Umkehr entstanden: Im Klima-Bündnis engagieren sich Städte und Gemeinden im kommunalen Klimaschutz. Ihre Bündnis-Partner sind die indigenen Völker der Regenwälder,
denn die Bewahrung der Regenwälder sichere die Lebensgrundlage dieser Völker und ist zugleich aktiver Klimaschutz.
Mehr als 1.400 Städte, Gemeinden, Landkreise, Bundesländer und Organisationen aus 17 europäischen Ländern haben sich nach Auskunft von AL-Sprecher Stefan Gerl seit 1990 dem Klima-Bündnis angeschlossen, Europas größtem Städtenetzwerk zum Klimaschutz. Sie repräsentieren insgesamt fast 50 Millionen Bürgerinnen und Bürger – jede zehnte Person in der Europäischen Union lebt demnach heute in einer Klima-Bündnis-Kommune. Die Klima-Bündnis-Mitglieder tauschen Erfahrungen aus, stärken ihren Einfluss auf die nationale und internationale Klimapolitik und engagieren sich für eine zukunftsfähige und klimafreundliche Entwicklung. Schon deshalb sei eine Mitgliedschaft im Klima-Bündnis sinnvoll.
Schon einmal – im Jahr 1992 – hatte die AL den Antrag auf Beitritt der Stadt zum Klima-Bündnis gestellt. Seinerzeit, so merkt AL-Fraktionschef Stefan Gerl an, sei die AL ihrer Zeit wohl zu weit voraus gewesen. CDU und FDP lehnten ab. Nun hofft Gerl, dass angesichts der aktuellen Klimadiskussion und der für alle erkennbar negativen Auswirkungen des Klimawandels ein Umdenken bei den anderen Fraktionen eingesetzt hat.