HomePresseartikelGebührenfreies drittes Kindergartenjahr und Ausbau der Betreuung von Kleinkindern

Gebührenfreies drittes Kindergartenjahr und Ausbau der Betreuung von Kleinkindern

Ein gebührenfreies drittes Kindergartenjahr und einen Ausbau der Betreuung von unter Dreijährigen fordert die Andere Liste (AL) mit ihrer jüngsten Parlamentsinitiative. Finanziert werden soll das Ganze über ein Anzapfen von Landesmitteln. Dort stehen den hessischen Städten und Gemeinden ab 2007 aus dem kommunalen Finanzausgleich insgesamt 100 Millionen Euro für derartige Maßnahmen zur Verfügung.

Mit ihrem Antrag möchte die AL erreichen, dass sich die Stadt an dem Programm beteiligt und entsprechende Mittel für die Gewährung der Beitragsfreiheit für das letzte Kindergartenjahr frühzeitig und vor allem rechtzeitig abruft.

Dies ist nach Meinung des sozialpolitischen Sprechers der AL, Reimund Butz, sinnvoll, um die Eltern finanziell zu entlasten und einen weiteren Schritt zur Etablierung der Kindergärten als frühkindliche Bildungseinrichtungen zu gehen.
In diesem Zusammenhang sollte nach Meinung der AL auch die Einführung eines verbindlichen Vorschulbildungsprogramms geprüft werden. Dabei müsse auch die Notwendigkeit der Weiterqualifizierung des Fachpersonals untersucht und die eventuellen Kosten ermittelt werden. Hierbei gehe es vor allem um die sprachliche und soziale Integration, aber auch um die Vermittlung von Bildungsinhalten in Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Soziales Lernen.

Die AL zieht damit die Konsequenzen aus den neuesten Erkenntnissen der Bildungsforschung und der Entwicklungspsychologie. Beide stellen übereinstimmend fest, dass Kinder im Vorschulalter in ihrem Wissensdurst und ihrer Auffassungsgabe in der Vergangenheit unterschätzt wurden und dass vor allem Kinder mit Migrationshintergrund
sehr früh sprachlich gefördert werden müssen, wenn Integration gelingen soll.

Nach dem Wunsch der AL soll auch die Betreuung von Kindern unter drei Jahren bedarfsgerecht ausgebaut werden. Hier fordert Butz eine Bedarfsanalyse und den bedarfsgerechten Ausbau des Angebots. Mit dem Inkrafttreten Tages-Betreuungsausbaugesetzes sei dies für die Kommunen ohnehin bis spätestens 2010 verpflichtend. Auch hier gehe es vor allem darum, berufstätige Eltern und Alleinerziehende zu entlasten und die Stadt noch familienfreundlicher zu gestalten. Ziel sei es dabei auch, junge Familien mit Kindern anzuziehen und damit einen Beitrag für eine weiterhin ausgewogene Altersmischung in der Stadt zu leisten. Die AL sieht im Ausbau des frühkindlichen Erziehungs- und Bildungsbereichs auch einen positiven Faktor in Bezug auf den Wirtschaftsstandort Rödermark.

Das Land Hessen stellt den Kommunen ab 2007 Geld für ein gebührenfreies drittes Kindergartenjahr zur Verfügung. Allerdings wird dieses Geld zum größten Teil aus dem kommunalen Finanzausgleich genommen, was zur Folge hat, dass es den Kommunen zur Erledigung anderer Aufgaben fehlt.

Trotz dieser kritikwürdigen Einbuße an anderer Stelle ist der Einstieg zur Gebührenfreiheit in der Kindergartenbetreuung aus Sicht der AL zu begrüßen. Einen wirklichen Fortschritt würde es indes bedeuten, wenn dieses Jahr mit einem Vorschulbildungsprogramm zur sprachlichen und sozialen Integration einher ginge.
 


Andere Liste

Die Andere Liste Rödermark ist eine Wählervereinigung in Rödermark, einer Stadt mitten im Rhein-Main Gebiet. Sie steht seit nunmehr 30 Jahren für eine nachhaltige Stadtpolitik in ökologischer und sozialer Verantwortung.



 

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Mittwoch, 22. Februar 2012
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Fraktionszimmer im 3. OG.
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