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Neues Besucherzentrum Welterbe Grube Messel:

 Urpferd der Grube MesselAL/GRÜNE erinnern an historische Verdienste von Roland Kern

Um Haaresbreite wäre die Grube Messel zur größten Mülldeponie Südhessens geworden. „Dass den Messelern und den Menschen in der Umgebung, ja weltweit, dieses Schicksal erspart geblieben ist, ist ein Verdienst der Hessischen Grünen unter Federführung des heutigen Rödermärker Bügermeisters Roland Kern.“ Daran erinnert AL-Vorsitzender Eckhard von der Lühe aus Anlass der Eröffnung des neuen Besucherzentrums an der Grube Messel, dem bis vor kurzem einziges UNESCO Weltnaturerbe in Deutschland.

1984 seien die Pläne für eine Mülldeponie in der Messeler Grube schon weit fortgeschritten gewesen, weiß von der Lühe zu berichten. Einen Planfeststellungsbeschluss habe es bereits gegeben und erste Arbeiten wie das Errichten einer Rampe in die Grube hinein seien bereits im Gange gewesen.

Zu dieser Zeit verhandelten in Wiesbaden SPD und Grüne mit Roland Kern als Verhandlungsführer im Bereich Abfallwirtschaft über die Bildung einer neuen Landesregierung. Herausgekommen ist dabei die Tolerierungsverbeinbarung vom 4. Juni 1984. Die Grünen hatten sich bei der Grube Messel vollinhaltlich durchgesetzt und damit ein für alle Mal verhindert, dass die prähistorische Fundstätte „mit Hausmüll, Gewerbemüll, Sperrmüll, oder Schlacke aus Müllverbrennungsanlagen“ verfüllt wird, so der Wortlaut der Einigung. In der Vereinbarung sei ferner festgeschrieben worden, dass die Grube Messel als Kulturdenkmal zu erhalten und der Planfeststellungsbeschluss für eine Mülldeponie aufzuheben sei.

Dieses Verdienst könne eigentlich gar nicht hoch genug gewürdigt werden, denn die Grube Messel sei eine Stätte, in der Fossilien in hoher Zahl und einzigartiger Erhaltung überliefert worden seien. Speziell hier seien Versteinerungen aus dem Beginn der sogenannten Erdneuzeit gefunden worden. Dies sei für Wissenschaftler aus aller Welt von besonderem Interesse, weil sich damals die Säugetiere explosiv entwickelten. Anders als in anderen Fossillagerstätten seien hier vollständig erhaltene Skelette zu Tage gefördert worden, zum Teil mitsamt Haut, Haaren und Resten von Mahlzeiten. Zu Weltruhm brachte es das dort ausgegrabene Urpferdchen und zuletzt 2009 der sensationelle Fund des weltweit ältesten komplett erhaltenen Fossils eines Primaten – für die Forscher weltweit ein wichtiges fehlendes Bindeglied in der Evolution der Affen und Menschen.

Die bisher in der Grube Messel identifizierte Artenliste umfasse mehrere hundert Arten aus den Gattungen Pflanzen, wirbellose Tiere, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Es handele sich teilweise um Vorläufer der heutigen Tierwelt, teilweise aber auch um Tiergruppen aus dem Erdmittelalter, die zur gleichen Zeit vorhanden waren, wie die Saurier, schreibt die AL.

Eine Mülldeponie hätte diese weltweit einzigartige Fundstätte unwiederbringlich zerstört.

„Die politische Vereinbarung vom Juni 1984 bedeutete also den Anfang vom Ende einer Mülldeponie Grube Messel und markierte damit den Beginn einer Entwicklung, über die wir uns alle zu Recht freuen. Aus jetziger Sicht ist das so eine Art vorweggenommene Nachbarschaftshilfe des Bürgermeisters aus Rödermark für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Messel mit großer Bedeutung für die ganze Welt“, so abschließend die AL.

 


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