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200.000 Badewannen voller Wasser als Reserve für Spitzenverbrauch

Wasserwerk HergershausenAndere Liste besichtigte Wasserwerk in Hergershausen

Wenn in der Pause des Viertelfinales der Fußball-Weltmeisterschaft am kommenden Samstag Millionen von Bundesbürgern gleichzeitig auf die Toilette gehen oder sich frisch machen möchten, darf die Wasserversorgung nicht zusammenbrechen. Damit niemand buchstäblich auf dem Trockenen sitzt, hat das Wasserwerk in Hergershausen – zuständig für die Trinkwasserversorgung von rund 120.000 Menschen in unserer Region – vorgesorgt: 23.000 Kubikmeter Wasser – der Inhalt von 200.000 Badewannen – haben die Mitarbeiter des Zweckverbandes Gruppenwasserwerk Dieburg (ZVG) als Vorrat in sechs Hochbehälter gepumpt, um für derartige Ausnahmesituationen gewappnet zu sein. Einer dieser Wasserreservoire befindet sich auf der Bulau neben dem Festplatz. Dies und viele andere wissenswerte Details rund um die Wasservorsorgung unserer Stadt erfuhr die Andere Liste (AL) bei einer Besichtigung des Wasserwerkes im Wald zwischen Eppertshausen und Hergerhausen.

Bevor das aus 21 Tiefbrunnen aus zum Teil 60 Metern Tiefe nach oben gepumpte Wasser den Verbraucher erreicht, wird es einer Reihe von Verfahrensschritten unterzogen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Menschen in Rödermark und im ehemaligen Landkreis Dieburg rund um die Uhr Trinkwasser in bester Qualität erhalten. Bauingenieur Wolfram Wittwer vom Wasserwerk Hergershausen erklärte der AL anschaulich, wie das Wasser zunächst mit einer Kaskadenbelüftung von Eisen und Mangan entfernt wird. Das sei notwendig um zu verhindern, dass es metallisch schmeckt oder gar hässliche braune Rostflecken auf frisch gewaschener Wäsche hinterlässt. Nachdem das kühle Nass einen Kiesfilter als weitere Filtrationsstufe durchlaufen hat, wird es in Reinwasserbehältern zwischengespeichert, bevor es in das Verteilernetz eingespeist wird.

Die AL erfuhr bei ihrer Wasserwerks-Besichtigung, dass die knapp 40.000 Haushalte in Rödermark und Umgebung täglich im Schnitt rund 18 Millionen Liter Wasser verbrauchen – im Sommer mehr als im Winter. Um das kühle Nass zum Verbraucher zu befördern, wurde im Laufe der Jahrzehnte ein rund 1000 Kilometer langes Rohrnetz unter der Erde verbuddelt. Dieses weit verzweigte Netz muss von einem Teil der insgesamt rund 70 Mitarbeiter der ZVG ständig überwacht, kontrolliert und instandgehalten werden. Obwohl rund 350.000.-- Euro jährlich für die Unterhaltung der bis zu einem halben Meter dicken Rohre investiert werde, verzeichne man einen Wasserverlust in der Größenordnung von rund 7%, weiß Ingenieur Wittwer der AL zu berichten. Doch damit liege man bundesweit im Durchschnitt.

Ungeachtet der laufenden Kosten für die Unterhaltung des Wasserwerkes und der Instandhaltung des Rohrnetzes hat die ZVG in der jüngsten Vergangenheit immer wieder investiert, um auf dem neuesten Stand der Trinkwasseraufbereitungstechnik zu sein. Zuletzt wurden 40 Jahre alte Pumpen mit einem Aufwand von 1,8 Millionen Euro durch energiesparende und damit wirksamere Pumpen ersetzt. Allein dadurch würden jährlich rund 50.000 Euro Energiekosten eingespart und zugleich auf viele weitere Jahre eine sichere Wasserversorgung garantiert. Hinzu kommen ständige Qualitätskontrollen, die bislang glücklicherweise keinen Hinweis auf schädliche Belastung des Wasser ergeben haben. Damit auch künftig Grenzwerte wie zum Beispiel bei Nitrat „spielend“ eingehalten werden können, bedürfe es eines intakten Naturhaushaltes, den es sicherzustellen gelte.

„Wenn man den Aufwand sieht, der hier betrieben wird, dann wird einem bewusst, dass frisches Trinkwasser eigentlich ein Luxusgut ist“, beschreibt AL-Vorsitzender Eckhard von der Lühe seine Eindrücke von der Besichtigung ohne zu vergessen, einen Hinweis auf die Wasserhärte zu geben, den er beim Ortstermin aufgefangen hat: Der Wasserhärtebereich liege zwischen 2 und 3, was nicht ganz unerheblich für die Dosierung zum Beispiel des Waschmittels sei. Generell gelte zudem: Möglichst bei niedrigen Temperaturen waschen, um Kalkablagerungen in der Waschmaschine zu verhindern und sich teure Reparaturen zu ersparen. Damit würden zugleich Energiekosten gesenkt.

 


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