Rödermark
Furcht vor (noch) mehr Fluglärm
Rödermark (DZ/kö) – Als letzter Gesellschafter der Hessischen Flugplatz GmbH hat die Gemeinde Egelsbach am vorgestrigen Mittwoch grünes Licht für den Einstieg des US-amerikanischen Unternehmens „Netjets“ als Betreiber des Start- und Landeplatzes signalisiert. Was jetzt noch fehlt: Der „finale Segen“, den die parlamentarischen Gremien der Gesellschafter zu erteilen haben. In Egelsbach ist die Schlussaussprache und -abstimmung in der Gemeindevertreter-Versammlung für den 5. März vorgesehen. Mit einem Schreiben, das Rödermarks Bürgermeister Roland Kern und der Erste Stadtrat Alexander Sturm an den Egelsbacher Bürgermeister Rudi Moritz und die politischen Gremien der 10.000 Einwohner zählenden Kommune geschickt haben, wird quasi in letzter Sekunde versucht, Einfluss zu nehmen. Kern und Sturm erinnern an die Expansionsbestrebungen von „Netjets“: Ausbau der Start- und Landebahn von 1.400 auf 1.670 Meter Länge; Einführung eines instrumentengestützten An- und Abflugverfahrens; Erhöhung des zulässigen Abfluggewichts von 20 auf 25 Tonnen. Sie schlussfolgern, „dass der Flugplatz für große Privatjets ertüchtigt werden soll“ und dass künftig nicht nur voluminösere, sondern auch „lautere Flugzeugtypen in Egelsbach starten und landen sollen“. Fazit der beiden „Häuptlinge“ des Magistrats: „Auch die Stadt Rödermark sieht sich hiervon tangiert. Schon heute fühlen sich nicht wenige Einwohner der Stadtteile Ober-Roden/Breidert und Urberach durch die zunehmenden Flugbewegungen größerer Flugzeuge, die seit der letzten Flugplatzerweiterung und seit der Änderung der Flugrouten vermehrt diese Bereiche überfliegen, erheblich belästigt.“ Kern und Sturm bitten ihre Nachbarn im Westen des Kreises darum, die Einwände in die Schlussabstimmung „mit einzubeziehen“. An Moritz und die Egelsbacher Gemeindevertreter gerichtet, heißt es im Schreiben der beiden Rödermärker: „Wir verkennen nicht, dass bei Ihrer Entscheidung auch wirtschaftliche Aspekte mit abgewogen werden müssen. Die Lösung dieses Zielkonflikts sollte jedoch nicht zu Lasten von Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung gehen.“